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Ein Monument der Ruhe und Kraft

Schloss Tillysburg
Schlosskapelle
Stiegenhaus
Prunkraum

Auf einem Höhenrücken hoch über dem Kristeinerbach liegt das von dem Feldherrn Graf Tilly mitten im 30jährigen Krieg erbaute Schloss Tillysburg. Zwischen 1630 und 1640 entstand ein vierkantiger, von Ecktürmen flankierter Schlossbau, mit großem Innenhof, der durchaus als Vorbild für die spätere Hochkultur des bäuerlichen Vierkanters gedient haben könnte.

 

Das Erdgeschoß beinhaltet gewölbte land- und hauswirtschaftlich gewidmete Räume, der erste Stock dient Wohn- und Repräsentationszwecken. Der Hauptraum des Schlosses ist nicht etwa ein Festsaal, sondern eine über die gesamte Gebäudehöhe angelegte Schlosskapelle samt Nebenräumen. Grund dafür war wohl die tiefe Frömmigkeit der Familie Tilly, aber auch das Umfeld der Rekatholizierung des Landes im 17. Jahrhundert.

 

Die folgenden Jahrhunderte waren von Höhen und Tiefen geprägt, in der Barockzeit erhielt das Schloss ein neues, ursprünglich offenes Stiegenhaus und eine Menge barocke Ausstattung, von der die bis heute vorhandenen intarsierten Türen und Stuckdecken zeugen. Im Schloss befinden sich auch noch Originalportraits der Familie Tilly, die mehr als 100 Jahre im Schloss Tillysburg lebten und wirtschafteten. Nach dem Aussterben der österreichischen Tillys erwarb die Familie Weichs den Besitz samt Landgericht und veräußerte dieses 1764 an das Stift St. Florian.

 

Eine große Zäsur stellten die Franzosenkriege für das Haus dar. Das Schloss diente als Lazarett und wurde im Inneren schwer geschädigt. Schließlich veräußerte das Stift das nutzlos gewordene Gebäude samt einigen landwirtschaftlichen Gründen 1841 an die aus Irland stammende Familie der Grafen O'Hegerty. Diese reparierten das Schlossgebäude im Inneren im Stil der Zeit, erhöhten einen der vier Ecktürme zu einer eindrucksvollen Aussichtswarte und brachen die großen Kuppeln über den übrigen Türmen ab.

 

Ende des 19. Jahrhunderts übernahm Graf August Eltz den mittlerweile vergrößerten Gutsbetrieb und züchtete Pferde für die nahegelegene Kaserne Enns.

 

Die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen des 20. Jahrhunderts, insbesondere die Beschlagnahme des Schlosses im 2. Weltkrieg bedeuteten für die Eigentümer und das Haus große Veränderungen. Ing. Heinrich Eltz konnte nach dem 2. Weltkrieg, unter großen persönlichen Anstrengungen, den laufenden Verfall des Schlosses stoppen. In den 70iger Jahren wurde ein Großteil der Landwirtschaft zu einem Golfplatz umgewandelt, der als einer der schönsten Österreichs gilt. Nach der Übergabe an Georg Spiegelfeld 1988 wurde eine Generalsanierung sämtlicher Gebäude durchgeführt. Heute beherbergen diese qualitätvolle Wohnungen und Büros; die Repräsentationsräume können für ausgesuchte Veranstaltungen gemietet werden.